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2.0 für die Engel

 

2:0 für die Engel...Teil .1

 

Das Fussballspiel
lAngelika Malucha

2:0 für die Engel

Es war das erste Fußball-Pokalspiel für Max. Samstag war für Max und sein Team der wichtigste Tag.

„Noch drei Tage“, sagte sich Max. „Ich muss trainieren. Wir müssen gewinnen! Ja, wir holen uns den Pokal. Jetzt haben wir fast alle Spiele so gut gespielt.- Na ja bis auf das letzte….“ murmelte Max vor sich hin und bemerkte gar nicht, dass er vor einem seiner kommenden Gegenspieler stand. Erst durch ein lautes, hämisches Lachen, das ihn aus seinen Gedanken riss, wurde im bewusst, dass er wahrscheinlich ein wenig zu laut gedacht hatte.

Unwissen zeigend fragte Max: „Warum lachst du so laut? Hast du einen Lachfrosch verschluckt?“ Das Grinsen des Jungen war so groß wie ein Halbmond am Abendhimmel.

„Du hast wohl den letzten Spielverlauf vergessen“ antwortete der Junge. Max ließ sich nicht anmerken, dass ihn genau das gerade sehr beschäftigte.

„Ach das“ erwiderte Max, gleichgültiger als ihm zumute war. „Da haben wir ganz bewusst mal nicht alles gegeben, um unsere Kräfte für das Turnier am Samstag zu schonen. Wir sind so stark wie nie zuvor. Du wirst schon sehen, wir holen uns den Pokal.“

„Das glaubst doch nur du“, sagte der Junge und drehte sich um. „Ich gehe jetzt zum Training, ein paar ganz neue Tricks ausprobieren. Und von meiner Kopfball-Technik können eure Spieler nur träumen“ lachte er. Und weg war er.

Max wusste, dass sein Team im Moment nicht das Beste war. „Dass unser Trainer ausgerechnet jetzt mit einer Blinddarm-OP im Krankenhaus liegt“, stöhnte Max vor sich hin. „Mit dem Ersatz-Trainer, den sie uns da vor die Nase gesetzt haben, kommt keiner in unserem Team klar. Na ja, anderer Trainer andere Technik. Wir müssen uns halt anpassen, sonst sind wir verloren und können einpacken. Also ab zum Üben“, versuchte Max sich zu motivieren.

Auf dem Platz angekommen, sah er den Jungen der gegnerischen Mannschaft auf einem der beiden Spielfelder üben und suchte sich das andere aus. Erst drippelte er ein wenig mit dem Lederball, um sich warm zu machen und in der Hoffnung, dass der Junge aus der gegnerischen Mannschaft inzwischen sein Training beenden würde. Doch dann vergaß er den anderen Jungen, konzentrierte sich und schoss mit aller Kraft aufs Tor. „Oh nein! Pfosten!“ dachte er. Ängstlich schaute er sich um, ob der andere Junge ihn beobachtete. Aber zum Glück war der offenbar schon gegangen. Schnell holte Max sich den Ball wieder ran und legte ihn sich fürs Elfmeterschießen zurecht.

Plötzlich hörte er eine helle, liebliche Stimme in seinem Ohr. Erschrocken und ein bisschen verwirrt drehte er sich um. Niemand war in seiner Nähe. Auch der Junge, der vorhin noch hier am Üben war, war nicht wieder zurückgekommen. Max setzte gerade erneut zum Schuss an, da war sie wieder, die Stimme. Nochmals schaute er sich um.

„Schieß doch“, hörte er diese Stimme sagen. „Du schaffst das!“

Verwirrt fragte Max in den luftleeren Raum: „Wer spricht denn da?“ Und als er erst mal nichts weiter hörte und auch niemanden weit und breit sah, wurde er etwas ärgerlich. „Na los, komm schon raus aus deinem Versteck. Ich habe keine Zeit zum Versteckspiel. Ich habe am Samstag ein Turnier und wir müssen unbedingt das Spiel gewinnen! Dafür muss ich unbedingt noch üben, besser aufs Tor zu schießen. Ich wünsche mir so, es mal allen zu zeigen und am liebsten einen Ball nach dem anderen im gegnerischen Tor zu versenken.“

„Ja, ich weiß mein liebes Erdenkind und ich werde dir dabei helfen.“

„Häh?“ Nun schaute Max vollkommend verdattert aus der Wäsche. „Erdenkind? Was bist du denn für ein durchgeknallter Typ?“

„Erinnerst du dich nicht an gestern Abend?“ fragte die Stimme. „Da hast du zu Gott und uns Engeln gebetet, dass wir dir in dem Turnier zur Seite stehen und dir ganz viel Mut schenken. Wo doch euer letztes Spiel so fürchterlich in die Hose gegangen ist und euer Trainer auch noch plötzlich krank geworden ist.“

„Woher weißt du das denn alles?“ fragte Max erstaunt. Dabei fühlte er sich gleichzeitig seltsam aufgeregt und andererseits wie ein Idiot, der vor sich hin redet, obwohl er immer noch niemanden sehen konnte.“

„Ich bin dein Schutzengel“, antwortete die Stimme. „Weil du uns gestern Abend aus tiefstem Herzen um Hilfe gebeten hast, hat Gott mich zu dir gesandt, um dir kraftvolle Unterstützung zu geben. Dein Glaube und dein Vertrauen auf Gott haben das bewirkt.“

„Aha. Und wie willst du mir helfen? Versteht ihr Engel überhaupt etwas von Fußball?“ fragte Max grinsend, nun schon etwas mutiger geworden. Dabei setzte er sich ins Gras und tat so, als müsse er sich die Schuhe neu binden. Es könnte ja sein, dass ihn jemand beobachtete, wie er da so vor sich hin redete. Und das wäre ja echt peinlich!

„Nee“, lachte der Engel „von Fußball verstehen wir nichts. Aber wir wissen ganz gut, was ihr Menschen so denkt. Und ich sage dir, die Zauberworte dafür, dass Dinge gelingen, heißen Glaube und Vertrauen. Wenn du an dich glaubst, dann schaffst du viel mehr, als du dir jetzt vorstellen kannst. Du kennst doch sicherlich den Spruch: „Glaube versetzt Berge, oder?“

„Klar kenne ich den“, antwortete Max. „Aber das ist doch nur so ein Spruch.“

„Ganz und gar nicht“ widersprach der Engel. „Das ist wirklich so. Ok“ und dabei lachte er „Die Berge bleiben natürlich da, wo sie gerade sind. Aber wenn du Probleme vor dir siehst, die dir so hoch wie Berge erscheinen

„…..wie zum Beispiel, dass in unserer Mannschaft in der letzten Zeit einiges schief gelaufen ist und unser Trainer jetzt auch noch krank ist und wir gar nicht so richtig wissen, wie das am Samstag mit dem Spiel werden soll?“ unterbrach ihn Max. Und plötzlich hatte er das Gefühl, dass sein Engel ganz nah neben ihm war.

„Ja, genau. Vertraue alles, was dir wichtig ist, deine Herzenswünsche, Hoffnungen und Ziele Gott und uns Engel im Gespräch an. Das ist beten. Du kannst übrigens immer mit uns reden, auch wenn du Angst vor einer Mathearbeit hast oder Ärger mit Freunden. Vertraue darauf, dass wir dir zur Seite stehen und dich nicht allein lassen. Und dann gib du selbst dein Bestes in der entsprechenden Situation dazu. Mehr brauchst du nicht zu tun.“

„Und das funktioniert?“ fragte Max zweifelnd.

„Manchmal brauchst du schon etwas Geduld. Wir sind ja keine Automaten. Aber auch, wenn sich deine Wünsche nicht immer so erfüllen, wie du es dir vorstellst: Keines deiner Gespräche mit uns bleibt ungehört. Du bist uns unendlich wichtig und wir möchten, dass es dir gut geht. Und deshalb helfen wir dir in jeder Lebenslage, wenn du uns darum bittest und uns vertraust.“

„Ehrlich?“ fragte Max hoffnungsvoll und strahlte dabei so vor sich hin, dass er fast selber wie ein Engel aussah.

„Ganz ehrlich! So, und jetzt zeig mir mal, was du so kannst“, holte ihn der Engel aus seinen Gedanken.

Max rappelte sich auf und legte sich den Ball erneut zurecht. Er fühlte sich plötzlich innerlich ganz leicht und befreit. Er setzte an und schoss und Tooooor! Mann, war das ein Schuss! Voller Begeisterung rannte er dem Ball hinterher und versuchte es gleich noch einmal. Und tatsächlich, auch der ging ins Netz. Er kam jetzt so richtig in Fahrt und versuchte es immer wieder. Klar ging auch schon mal ein Schuss daneben, aber er traf immer häufiger das Tor.

„Hast du das gesehen?“ fragte er. Er hatte vor lauter Eifer gar nicht bemerkt, dass der Engel inzwischen nicht mehr da war. Max hatte vom Üben und vor Begeisterung einen hochroten Kopf bekommen. Und Durst hatte er plötzlich wie ein Kamel. So trank er seine Trinkflasche gierig in einem Zug aus. Inzwischen war es auch schon Abend geworden. Es begann schon zu dämmern und sein Magen knurrte wie ein hungriger Löwe.

 
 

Abends im Bett dachte er wieder an die seltsame Begegnung mit dem Engel, die ihm beim Üben so viel Mut gemacht hatte, dass er das Gefühl hatte, fast selber über den Platz zu schweben. Er bedankte sich bei Gott, dass er ihm den Engel zur Unterstützung geschickt hatte und schickte gleich noch seinen sehnlichsten Herzenswunsche hinterher: „Lieber Gott, bitte hilf doch unserem Team, dass wir am Samstag ein gutes Spiel spielen können und gewinnen. Wenn du auf unserer Seite bist, dann schaffen wir das ganz bestimmt. Amen.“ Er drehte sich noch einmal um und zack war er schon im Land der Träume.

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug und plötzlich war es Samstag – der große Tag. Max war so aufgeregt, dass er am Morgen kaum frühstücken konnte. Er biss einmal in sein Nutella-Brot, schob sich hastig ein paar Löffel Müsli in den Mund, schnappte seine Trainingstasche und stand ungeduldig wartend an der Tür. Seine Mutter wollte ihn zum Sportplatz fahren. „Mama“ rief Max langgezogen durchs ganze Haus „wir müssen los!“ Dass Mütter aber auch immer so lange brauchen, wo doch so ein wichtiges Spiel ansteht.

Kaum waren sie am Auto, um die Trainingstasche im Auto zu verstauen, da fing es an wie aus Kübeln zu regnen. „Oh nein“ schimpfte Max „der Tag fängt ja schon gut an! Auf einem nassen Platz zu gewinnen ist ja noch schwieriger als es ohnehin schon ist. So etwas Blödes aber auch!“

Seine Mutter versuchte ihn zu trösten und wuschelte dabei aufmunternd durch sein Haar. Max drehte seinen Kopf ruckartig weg und sagte vorwurfsvoll: „Aber Mama, doch nicht vor den anderen Jungen! Die denken sonst noch, ich sei ein Weichei.“ Doch während der Fahrt tat ihm seine barsche Reaktion schon wieder leid. „Ich hab dich lieb, Mama“ murmelte er beim Aussteigen, drückte ihr ganz schnell einen Kuss auf die Wange und schon zischte er ab in Richtung Umkleidekabine.

Dort ging es schon zu wie in einem Bienenschwarm. Alle redeten beim Umziehen nervös durcheinander: „Hast du meine Fußballschuhe gesehen?“ „Meine Spindtür klemmt.“ „Hoffentlich hört es bald auf zu regnen! Sonst gibt es heute eine einzige Schlammschlacht.“

Als endlich alle fertig umgezogen waren, machten sie noch einige Aufwärmübungen und der Trainer sprach ihnen Mut zu.

„Jetzt geht‘s los! Jetzt geht‘s los...“, sangen Sie und liefen raus auf dem Platz.

Die Gegenmannschaft stand schon da und kaum hatten sie ihre Positionen eingenommen, da pfiff der Schiedsrichter auch schon das Spiel an.

Die ersten zehn Minuten war es eher ein Gezanke um den Ball. Dann kam die erste Torchance für den Gegner. ,,Nein“, schrie Max und hechtete mit ausgestrecktem Bein dem Ball entgegen. „Wow, Glück gehabt“ rief sein Freund ihm zu.

Die Gegenmannschaft begann nun immer aggressiver zu spielen. Plötzlich ein Schrei vom Mittelfeld: „Aua!“ Mit schmerzverzerrtem Gesicht ging nach einem bösen Foul der beste Mittelfeldspieler aus Max‘ Team zu Boden. Ein anderer Mitspieler versuchte, ihm wieder auf die Beine zu helfen, aber er blieb stöhnend am Boden liegen. Schon kamen die Sanitäter mit einer Trage und trugen ihn vom Platz. Das sah gar nicht gut aus!

Da erinnerte sich Max plötzlich an seine Begegnung mit dem Engel am Vortag. Und in Gedanken betete er Sturm: „Lieber Gott, bitte schicke uns jetzt deine Engel zur Unterstützung. Jetzt, wo unser bester Spieler nicht mehr mitspielen kann, brauchen wir sie dringender als je zuvor. Bitte lass uns nicht im Stich. Danke. Amen.“

Kaum hatte er sein Gebet beendet, pfiff der Schiedsrichter auch schon zum Weiterspielen an.

Auch wenn der verletzte Mittelfeldspieler ersetzt worden war: Jetzt kam es mehr als je zuvor auf jeden Einzelnen von ihnen an. Nach einem Schuss ins Aus bekam Max den Ball zum Einwurf. Gerade überlegte er blitzschnell, wem er den Ball zuwerfen könnte, da stutzte er für den Bruchteil einer Sekunde. Er hatte plötzlich das Gefühl, als schwebe hinter jedem seiner Teamkollegen ein Engel. Ein Lächeln huschte durch sein vorher angespanntes Gesicht und ihm wurde plötzlich ganz leicht ums Herz. Und schon hörte er die vertraute, zarte Stimme vom Vortag: „Jetzt zeigt denen und uns mal, was ihr könnt.“ Wie befreit gelang ihm ein toller Einwurf auf einen freien Mitspieler und schon sauste er mit aufs Spielfeld und feuerte im Laufen seine Mitspieler an. Es war plötzlich so, als würde ein Ruck durch seine Mannschaft gehen. Das Zusammenspiel klappte immer besser. Und zehn Minuten später: Schuss und …Toooooor……….Toooooor!!!! Mit einem 1:0 konnten sie in die Halbzeitpause gehen. Das gab schon mal Vertrauen und Zuversicht für die zweite Halbzeit. Doch in der zweiten Halbzeit machte es ihnen die gegnerische Mannschaft nicht leicht. Immer wieder jagten sie ihnen den Ball ab, aber sie ließen ihnen keine Chance dem Tor zu nahe zu kommen. Und dann, zwei Minuten vor Spielschluss: Tooooooor!!! gelang ihnen doch tatsächlich noch das 2:0! Gewonnen! „Der Pokal ist gewonnen! Der Pokal ist gewonnen!“ Jubelnd fielen sich alle um den Hals, machten Purzelbäume oder Luftsprünge.Als Max am Abend im Bett lag, dachte er wieder an seine himmlischen Helfer. Der Pokal war tatsächlicher ihrer! Wow! Er konnte sein Glück noch kaum fassen. „Danke ihr Engel, dass ihr uns unterstützt habt.“ „Das haben wir gerne getan“ antworteten die Engel. „Dein Glaube und dein Vertrauen, zusammen mit deinem Fleiß und deiner Geduld haben das bewirkt. So, mein liebes Erdenkind, nun fliegen wir zum nächsten Kind. Wir wünschen dir viel Mut und Kraft, damit du alles im Leben schaffst. Und brauchst du wieder einmal Hilfe, so bete zu Gott und er wird uns zu dir senden. Nun wünschen wir dir eine gute Nacht. Sei gewiss, dass Gott dich im Schlaf bewacht.“ Da schlief Max seelig ein und träumte von den Engeln.

 


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Geschrieben von landhut51 [Profil] am 06.03.2015

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