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Die kleine Elfe Fee am See

 

Die kleine Elfe Fee am See....1.Teil..
Geschichte
von
Angelika Malucha

 

 

Die kleine Elfe Fee....

Ich möchte dir eine Geschichte erzählen. Sie handelt von einer Elfe am See. Hör bitte gut zu, sie ist fast genauso wie du. Versetze dich in sie hinein und du wirst Teil dieser Geschichte sein.

Es ist noch früher Morgen, ein neuer Tag beginnt im Leben der Elfe Fee. Gerade kitzeln sie die ersten Sonnenstrahlen, die durch das Fenster kommen. Sie reckt und streckt sich, steckt voller Tatendrang und Lebenslust. „Guten Morgen liebe Sonne. Herrlich, dass du heute wieder so schön scheinst.“ Trällernd fliegt sie aus dem Haus zu dem Farn, in dem sich Elfen gern niederlassen, da sie dort so gut wie unsichtbar leben können. Schwupp, schnell einmal unter den Wassertropfen, die von einem Farnblatt rieseln, geduscht. „Fertig“, ruft sie und schon fliegt sie in den nahen Wald. Ihre Mama kann gerade noch hinterher rufen: „Fee, bitte nicht zum See, hörst du?“ „,Ja, Ma. Geht klar“ und schwupp, ist sie nicht mehr zu sehen.

„Oh wie langweilig! Dass mir meine Ma aber auch immer verbieten muss, an den See zu fliegen! Dabei spiele ich dort doch so gerne! Wenn die Sonne scheint glitzert der See wie tausend Diamanten. Kannst du dir das vorstellen?

So ……………….. (Name des Kindes einfügen), soll ich dir jetzt mal ein Geheimnis verraten? Ich glaube, dir kann ich vertrauen, oder? Aber psst, jetzt komm mal ganz nah ran ans Buch, damit uns niemand hört, ok? Versprichst du mir, mich auch nicht bei meiner Ma zu verpetzen? Na los, ich höre nichts. Komm, bitte, sonst ist hier die Geschichte zu Ende und ich muss nach Hause fliegen und da ist es sooo langweilig. Also sprich mir nach, ja?

Ich verspreche dir, kleine Elfe Fee, dein Geheimnis nicht zu verraten und dich nicht zu verpetzen.

Ja, so ist es gut. Also, ich verrate es dir: Ich fliege trotzdem zum See. Psst! Nicht verraten, ok? Du hast doch sicher auch das eine oder andere Geheimnis und machst nicht immer das, was deine Mama dir sagt, oder? Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen, ok?

Weißt du auch, warum ich nicht zum See darf? Da ist es für mich echt gefährlich. Mich dürfen nämlich die Menschen nicht sehen, vor allem die erwachsenen nicht. Und so muss ich mich immer vor ihnen verstecken. Du hast es echt gut! Für dich ist das Verstecken nur ein Spiel, aber du musst dich nicht so verstecken wie ich. Denn ich bin eine Elfe, ein Zauberwesen. Meistens sehen uns die Menschen ja nicht, auch wenn wir um sie sind, denn sie haben ihre Augen meistens ganz woanders. Aber wenn wir Elfen nicht aufpassen und uns die Menschen doch einmal sehen, dann nehmen sie uns gefangen und behaupten dann, dass es uns nicht gibt. Wir passen nicht in ihre laute Welt. Sie können mit unserer Leichtigkeit nichts anfangen. Wenn sie sich doch nur auf uns einlassen könnten! Dann würde ihnen auch leichter ums Herz, wenn sie sich Sorgen machen und wir bräuchten uns nicht mehr vor ihnen verstecken. Jetzt verstehst du bestimmt, warum wir immer so vorsichtig sein müssen, nicht wahr? Wenn mich jemand gefangen nehmen würde, dann wäre meine Ma totunglücklich. Das wäre deine Mama auch, wenn du nicht mehr bei ihr sein könntest. Also abgemacht, ja? Du verrätst mich nicht?! Dankeschön! Ich passe auch ganz doll auf.“

Trällernd und tanzend wirbelt die Elfe in der Luft herum: „ Guten Tag Frau Schmetterling! Sie haben aber heute ein schönes Kleid an, so ein schönes gelbes. Es leuchtet so schön wie die Sonne.“ Noch ein Dreher in der Luft und schon fliegt die Elfe wieder weiter.

Und da ist er auch schon – der See. Wunderschön glitzernd liegt er vor der Elfe und sie ist ganz in ihre Traumwelt versunken. Sie holt tief Luft, breitet ihre Flügel ganz weit aus und fliegt mit dem Wind leise surrend kreuz und quer über den See. Er liegt so ruhig da, dass sie sich sogar darin sehen kann - wie in einem Spiegel.

Plötzlich – was ist denn das? Ihre Neugier ist geweckt. Da liegt doch etwas ganz still im Gras! Sie lässt sich ganz vorsichtig und leise auf einem Baum nieder und schaut sich neugierig an, was da im Gras liegt. Es ist ein kleines schlafendes Mädchen mit blonden, geflochtenen Haaren. Wie es da so in tiefem Schlaf liegt, sieht es fast aus wie ein Engel.

„Ich würde das kleine Mädchen ja gerne etwas necken“ denkt sich die Elfe Fee. „Mal sehen, wie es reagiert.“ Also fliegt sie zu dem kleinen Mädchen und zupft es am Kleid. – Nichts geschieht. „Die schläft aber fest!“ wundert sich die Elfe und fliegt in ihren Ärmel, um sie in den Arm zu zwicken. Und zack! – schlägt das kleine Mädchen im Schlaf nach ihr, so als ob sie eine lästige Fliege sei. Zum Glück kann sie noch schnell genug dem Schlag ausweichen. Mensch, das hätte echt schief gehen können und sie hätte lauter blaue Flecken gehabt.

Und immer noch schläft das Mädchen weiter. Aber die Elfe gibt nicht auf. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, das hübsche Mädchen näher kennenzulernen. „Das wäre doch gelacht, wenn ich dich nicht wach kriegen würde,“ denkt sich die Elfe. Und so fliegt sie auf die Stirn des Mädchens und zupft an ihren Augenbrauen herum. Plötzlich springt das kleine Mädchen wie von einer Wespe gestochen auf und schlägt wild um sich. Und zack! – bekommt die Elfe einen Schlag ab und landet unsanft in hohem Bogen auf der Wiese. „Autsch, aua“, hört das kleine Mädchen. Erschrocken schaut sie sich um, woher die Schreie wohl kommen. „Was war das denn?“ fragt sich das kleine Mädchen. „Träume ich etwa noch? Nein, der Schrei kam doch ganz eindeutig von der Wiese, auf der ich stehe.“

Sie bückt sich und krabbelt suchend auf allen Vieren über die Wiese.

„Aua!“ hört sie es wieder „pass doch auf, wo du mit deinen Händen hinpatschst.“

Mit einem Ruck steht das Mädchen wieder auf ihren Beinen, schaut vorsichtig hinunter und fragt ganz verdattert: „Wer bist du und woher kommst du?“

„Du kannst mich hören?“ fragt die Elfe ganz erschrocken zurück und fliegt dabei ängstlich vom Gras auf.

„Ja klar höre ich dich sprechen und jetzt sehe ich dich auch“ antwortet das Mädchen. „So etwas wie dich habe ich ja noch nie gesehen! Wer oder was bist du?“

„Ich bin die kleine Elfe Fee, ein Fabelwesen. Eigentlich können Menschen uns Elfen gar nicht sehen und hören. Nur ganz besondere Kinder können das.“

 

Die kleine Elfe Fee am See..
...Teil..2

 

 

„Dann bin ich ein ganz besonderes Kind?“ fragt das Mädchen.

„Es sieht ganz so aus,“ antwortet die Elfe. „Das hatte ich auch gehofft. Als ich dich so friedlich schlafend im Gras gesehen habe, da habe ich so richtig Lust bekommen, dich kennenzulernen und mit dir zu spielen. Aber wir Elfen müssen immer sehr aufpassen. Den meisten Menschen können wir nicht vertrauen. Sie glauben nicht daran, dass es uns gibt und wir ihr Leben leichter und heller machen können. Und wenn sie aus Versehen doch mal jemanden von uns sehen, dann sperren sie uns ein und halten uns für ein seltenes Insekt. Wir passen nicht in ihre Welt.“

„Dabei bist du sooo schön anzuschauen“, antwortet das Mädchen „ich habe noch nie so etwas Schönes gesehen wie dich.“

„Dankeschön!“ freut sich die Elfe „das hat mir noch niemand gesagt. Also, wenn du mich nun sehen und hören kannst musst du mir etwas versprechen, ja? Bitte versprich mir, dass du niemandem verrätst, dass du mich getroffen hast, ja?“

„Ok, versprochen“ antwortet das Mädchen. „Wohnst du hier am See?“

Die Elfe atmet erleichtert auf. „Nein, ich wohne nicht hier und ich dürfte eigentlich auch gar nicht hier sein. Meine Ma hat es mir strengstens verboten, weil das für mich so gefährlich ist. Und nun bist du heute schon das zweite Kind, das mir das Versprechen geben muss, mich nicht zu verpetzen. Das kleine Kind, das gerade die Geschichte über uns beide vorgelesen bekommt, hat mir auch nach langem Überreden versprochen, mich nicht zu verpetzen – nicht wahr, kleines Erdenkind?“

„Wie heißt du eigentlich?“ fragt die Elfe das Mädchen

„Ich heiße Marie.“

„Marie – was für ein wunderschöner Name. Als ich dich so schlafend im Gras liegen sah, da dachte ich, dass du aussiehst wie ein kleiner Engel.“

„Ehrlich?“ fragt das Mädchen und wird dabei ganz verlegen und rot vor Freude. „Ich hatte auch gerade von Engeln geträumt. Und nun treffe ich dich, eine Elfe. Das ist echt toll. Ich spreche oft mit den Engeln. Sie sind Gottes Boten und beschützen mich. Wenn ich Sorgen habe, dann rede ich mit den Engeln und sie geben mir wieder neuen Mut.“

„Das ist schön, dass du an Gott und Engel glaubst,“ antwortet die Elfe.

Wie hast du die denn kennengelernt? Die sind doch auch unsichtbar, so wie ich.

„Meine Mama hat mir ganz oft schöne Geschichten von Gott vorgelesen. Und dann hat sie mir gesagt, dass das keine Märchengeschichten sind, sondern dass die Sachen, von denen sie mir vorgelesen hat, wirklich passiert sind und dass Gott die Menschen ganz doll lieb hat. Und das tollste, obwohl wir ihn nicht sehen können, möchte er in unserem Herzen wohnen. Und er freut sich darüber, wenn wir mit ihm reden, wie mit unserem besten Freund. Ihm können wir alles anvertrauen. Alles, was uns freut, aber auch alles, was uns traurig macht.“

„Und, machst du das, mit Gott reden, obwohl du ihn nicht siehst?“ fragt die Elfe.

„Abends, wenn ich in meinem Bett liege, dann betet meine Mama zusammen mit mir. Und dann erzähle ich Gott von dem, was mich am Tag gefreut hat oder von dem, was mich geärgert oder traurig gemacht hat.“

 

„Und“ fragt die Elfe neugierig „antwortet Gott dann? Was sagt er denn so?“

„Also, mit Worten antwortet Gott nicht.“

„Wie denn dann?“

„Wenn ich z.B. traurig bin, dann tröstet er mich, wenn ich mit ihm gesprochen habe. Ich bin dann einfach wieder fröhlicher. Wie er das macht, das weiß ich auch nicht. Das ist sein Geheimnis. Und dann lässt er mich auch an ganz vielen Sachen sehen, dass er es gut mit mir meint. Wusstest du, dass alles, was wir essen und trinken und die Blumen und die Tiere von Gott kommen? Er hat die ganze Erde gemacht und alles, was darauf wächst, damit es uns gut geht. Und er freut sich, wenn wir ihm danke dafür sagen. Genauso wie ich mich freue, wenn jemand zu mir danke sagt, wenn ich etwas Schönes für ihn gemacht habe. Und weißt du, was total spannend ist?“

„Nee, erzähl mal“ antwortet die Elfe.

„Wenn wir Gott „Dankeschön“ sagen für das Schöne, das er uns schenkt, dann öffnet er uns damit automatisch die Augen für noch viel mehr schöne Dinge, die andere Menschen gar nicht sehen können.“

„Ach so“, antwortet die Elfe „jetzt verstehe ich. Deshalb kannst du auch so ein Zauberwesen wie mich sehen, das den Menschen so gerne Freude und Leichtigkeit bringen möchte. Ich freue mich, dass ich dich getroffen

„Und ich erst!“ erwidert Marie. „Eine Fee! Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Du bist ja wirklich etwas ganz Besonderes. Ich traue mich ja fast gar nicht zu fragen aber: Möchtest du meine Freundin sein und dich öfters mit mir treffen?“

„Das würde ich sehr gerne, liebe Marie! Denn auch du bist ganz besonders und einzigartig. Aber: Uns Elfen zu sehen ist nur wenigen Menschen mit offenen Augen und einem offenen Herz vorbehalten. So eine Begegnung bleibt etwas Einmaliges und kann nicht nach Belieben wiederholt werden.“

„Dann werden wir uns nie wiedersehen?“ fragte Marie traurig.

„Ich werde dich auch weiterhin sehen können, wenn du hier am See bist und werde mich freuen, dich zu sehen. Und du weißt ja jetzt, dass ich oft hier, ganz in deiner Nähe bin, auch wenn du mich nicht siehst. Dass du mich heute gesehen und gesprochen hast, soll dich jeden Tag ermutigen, deine Augen und dein Herzen offen zu halten. Dann wirst du noch viel mehr Schönes und Besonderes in dieser Welt und in der Natur entdecken können.“

„Und jetzt weiß ich auch, was mich immer wieder wie magisch hierher zum See zieht. Diese Magie, das bist du, liebe Elfe Fee.“

„Liebe Marie, behalte dieses Geheimnis immer in deinem Herzen, auch wenn du einmal groß und erwachsen sein wirst. Es gibt noch viele schöne Dinge zu entdecken, wenn du nur weiter dafür offen bist. So, und nun muss ich zurück zu meiner Ma. Sonst macht sie sich Sorgen und sucht mich am Ende noch. Lebe wohl, Marie!“Und schon fliegt die Elfe in die Luft, dreht sich noch ein paar Mal um sich selbst und schwupps! – fliegt sie davon.

„Tschüss, kleine Elfe Fee! Du hast mich froh gemacht“ kann Marie ihr gerade noch hinterherrufen und sieht, wie ihr die Elfe noch fröhlich mit einem Flügel zum Abschied zuwinkt. So, meine liebe/mein lieber …………………. (Name des Kindes einsetzen). Nun kennst du meine Geschichte von der Begegnung am See. Vielleicht begegnen wir uns ja auch einmal an einem See, oder im Wald oder auf einer Wiese, wer weiß? Doch auch wenn nicht, gilt für dich das gleiche was ich zu Marie gesagt habe: Es gibt viel Schönes und Besonderes zu entdecken, wenn du deine Augen offen hältst.

 


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Geschrieben von landhut51 [Profil] am 06.03.2015

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