Gedicht drucken


Der Sand


Hört Ihr die weißen Körner
Des feinen Sandes fallen? -
Ein Schrei der Neugeborner
Erfüllt die Lebenshallen.

Die zwei Gewölbe aus Glas
Sind fest in sich verschlungen.
Und Sand, der stets im gleichen Takt,
An seinen Fluss gebunden,
Durch schmale offne Fuge rinnt,
In seinem Fall den Sinn gefunden 
Und mit dem jeden Körnchen Staub
Bin ich mit ihm verbunden.

So kostbar ist der weiße Sand,
Wie ähnlich einem goldnem Staub.
Ein Körnchen ist ein erster Tag,
Es rieselt, schwebt wie Laub.
Ein zweites folgt dem Stückchen Glück,
Versüßt mit einer feinen Prise,
Verborgen in der leichten Schicht,
Verweht durch Hauch der Brise.

Ein erster Schritt erschafft die Spur,
Verziert den Augenblick,
Der zweite wird zur ersten Tat -
Dem irdischen Geschick.
Dort seh' ich diese eine Liebe,
Geformt mit feinen Dünenwellen,
Die in dem wilden Sturmgebraus
Sich zu erhöhen schnellen.

So türmt sich der gefall'ne Sand,
Kein Stäubchen gleicht der and'ren,
Gemengt mit Wissen und Verstand,
Die aus der Zeit entstanden,
Der Zeit, die mich ertrinken lässt
Und wie ein Treibsand zieht
Ins Leben, welch dem Trichter quellt,
Doch den mein Blick nicht sieht

Das Süße weicht dem harten Salz,
Das Salz reibt erste Schramme wund,
Der Schmerz vergeht auf meiner Walz,
Doch welkt das Lächeln auf dem Mund.
Der Leib vertrocknet, reißt und dorrt,
Wird von der Ödnis einverleibt
Und jede Zähre wird verzehrt,
Nur Sand von ihr verbleibt

Zu graben fing ich an im Sand,
Der meine Spur verdeckt,
Die jener Schritt erschaffen hat,
Der jedes Wesen prägt.
Zu hören fing ich an den Fluss,
Zu zählen jeden Laut,
Der Sphäre flutet mit dem Blei,
Verkohlt auf meiner Haut

Seht Ihr die weißen Flöckchen
Auf ihrer Odyssee?
Der letzte Staub schwebt herab,
Die Asche fällt, wie Schnee.




Avatar Anderson R

Geschrieben von Anderson R [Profil] am 28.03.2017

Aus der Kategorie Sonstige Gedichte



Logo Creative Commons
Dieses Werk ist durch die Creative Commons Lizens geschützt. Bitte bachte die Rechte

Dieses Gedicht oder ein Kommentar enthält anstößige Wörter oder Beleidigungen?

Tags (Schlagwörter):

Leben, Zeit, tod, Jugend, Alter

Bewertungen

5 Punkte
Punkte: 50 bei 10 Bewertungen. Das Entspricht im Durchschnitt 5.00 Punkte
(Punkte können mit einem neuen Kommentar vergeben werden.)

Anzahl Aufrufe: 1067


Dieses Gedicht teilen


Kommentare und Punkte zu diesem Gedicht

 Soléa 28.03.2017, 17:51:40  
Avatar SolaGefällt mir sehr gut! Viele Grüße!

 Angélique Duvier 28.03.2017, 19:28:02  
Avatar Anglique DuvierWirklich sehr schön! Herzliche Grüße, Angélique

 Angélique Duvier 28.03.2017, 19:28:07  
Avatar Anglique DuvierWirklich sehr schön! Herzliche Grüße, Angélique

 Angélique Duvier 28.03.2017, 19:28:07  
Avatar Anglique DuvierWirklich sehr schön! Herzliche Grüße, Angélique

 Angélique Duvier 28.03.2017, 19:28:08  
Avatar Anglique DuvierWirklich sehr schön! Herzliche Grüße, Angélique

 Angélique Duvier 28.03.2017, 19:28:08  
Avatar Anglique DuvierWirklich sehr schön! Herzliche Grüße, Angélique

 Angélique Duvier 28.03.2017, 19:28:09  
Avatar Anglique DuvierWirklich sehr schön! Herzliche Grüße, Angélique

 Angélique Duvier 28.03.2017, 19:28:09  
Avatar Anglique DuvierWirklich sehr schön! Herzliche Grüße, Angélique

 Angélique Duvier 28.03.2017, 19:28:52  
Avatar Anglique DuvierUpps, erst war gar nichts und jetzt ...... Sorry!

 Zita-Rose 29.03.2017, 20:42:27  
Avatar Zita-RoseWow, gern gelesen. Wunderschön

 Zahnrad 11.04.2017, 14:54:53  
Avatar ZahnradDa bin ich gerne der zehnte Fünf-Sterne-Vergeber :)

 Anderson R 11.04.2017, 15:43:34  
Avatar Anderson RDanke schön!

 Susan Melville 17.04.2017, 19:40:52  
Avatar Susan MelvilleGenau genommen bist du nur der Vierte Zahnrad. ;-)

 Dolcevita28 18.04.2017, 23:39:03  
Avatar kein BildFesselnd...

Kommentar schreiben und Punkte vergeben

Bitte melde dich ganz oben auf der Seite an um einen Kommentar zu schreiben und Bewertungen zu vergeben

Andere Gedichte von Anderson R

Zwielicht
Zwei Nocturnes einer Nacht
Das letzte Blatt des Winters
Die Mär vom schwarzen Blut
Ein Ode an Idun
Acheiropoieton
Weiße Taube
Einai ...um zu sein (Summarium)
Die Wiederkehr
...Und ich sehe (Sonett Nr. VIII)

Die beliebtesten Gedichte:

Unausweichlich Tod
Er liebte mich einfach nicht
Kraniche
Im Regen
Verwirrte Worte
Wer Sehnsucht kennt...
Fluch(t) der Träume
Panthers letztes Schriftstück
Die zwei Hälften
Der Mittag

Die neusten Gedichte:

Vertriebene Dunkelheit
Die Schwere der Nachricht
Der Martin
O Wind
Hilfe, bitte!
Quell der Hoffnung
Seelenkontrolle
Unendlichkeit
Komm ins Bad zu Mir!
Ich Liebe Dich

Oft gelesene Gedichte:

Ich liebe Dich mein Schatz
Danke an unsern Lehrer!!
Für meinen Schatz
Für meine Schwester
Was ich meinen Kindern immer mal sagen wollte...
An meine liebe Frau
Hab Dich Lieb Mama
Für mein Schatz
Ich Denke an Dich...
Meine Oma