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Das seelenlose Geschlecht singt

 

Das seelenlose Geschlecht singt

Am fließenden Nass ging ich im Trott vorbei,

Verstand damals nicht, was ich wohl sei.

 

Doch lernen sollte ich recht rasch und innig,

Mit Muße suchen, voll Fleiß so willig –

Bringt mehr als Müßiggang und Fehl.

In der Jagd findet man die flüchtende Seel'!

 

Im Rausch, im Rausch –

Besieg das Leben!

Im Rausch, im Rausch –

Der Last vergeben!

 

Im Rausch, im Rausch –

Jetzt sehe hin!

Im Rausch, im Rausch –

Zerrinnt dein Sinn!

 

Ich hörte es einst von Nachtgeistern singen,

Wie Winde zart im Ton erklingen;

Sah das Zucken und Mucken der fremden Gesellen,

Die dort saßen, an den lichtumzogenen Quellen!

 

Sie beten und heucheln, Sie wollen den Tod,

Sie tanzen und lachen bis ins Morgenrot!

Es spiegelt und grillt, die Leiber verbrennen,

Man kann dies Getier beim Namen nicht nennen …

 

Sie haben kein Herz, keine Seele, kein Blut, kein Verstand –

O, was habe ich wohl im Wasser erkannt!

Nur den seligen Dämon, der glorreich und schlecht,

Am Dufte von Ambra, am Honig sich rächt!

 

 

Solch Wahnsinn raut und ei, er beteuert,

Dass seine schwarze Galle so schmerzlich säuert!

Nimmermehr wird ein wollüstiges Gift errettet,

Und sehe, selbst das Glück scheint angekettet!

 

Wenn Sehnsucht treibt ins gierende Verlangen,

Bemerke eins, Schwermut kommt, Freude ist gefangen …

Dieser Tresor von Einigkeit und dumpfem Grollen

Ist tief verschlossen, drum behagt ein Wollen!

 

Des Schlüssels Schloss in Satans scharfen Krallen,

Besitze diese, doch musst der Sünde du verfallen!

Jene Kosten kann dieser Wert nicht bleiben,

Drum muss ein Wille, starr und ohne Unvernunft, sich einverleiben.

 

So fade und trist, so modernd und schal –

Mit kränkelndem Herz steh ich am Mahnmal.

Hier scheidet das Herz, vom Geist verschreckt;

Nur vom Dunkel ist die suchende Sehnsucht befleckt!

 

Särge aufgereiht, bei formlosen Gräsern niedergelassen,

Dem Steine ziert es bald zum ewigen Verblassen.

Gebettet oder im Hitzigen verbrannt,

Übrig bleibt nur Staub, im Erdboden verbannt.

 

Ein einfaches, gar leichtes, wenn auch schweres Grab 

Ist so zu nehmen, wie man es einst erwarb.

 

Im Rausch, im Rausch –

Ist alles fern!

Im Rausch, im Rausch –

Kann ich’s verlern!

 

 

 

Im Rausch, im Rausch –

Jetzt sehe hin!

Im Rausch, im Rausch –

Zerrinnt der Sinn!

 

Alles schlägt aus, Donner und Gewitter,

Die Seele umschlingt ein lastenvolles Gitter.

 

Es wirbt sich um den Geist, gut und fein,

Jetzt will ich tot und nüchtern sein.

Um eins zu fühlen wunderbar,

Mein Herz es weint ganz unscheinbar.

 

Denn,

Im Rausch, im Rausch –

Jetzt sehe hin!

Im Rausch, im Rausch –

Zerrinnt dein Sinn!


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Geschrieben von wandererohneschatten [Profil] am 22.03.2012

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