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Niemandsland

Wir leben im Niemandsland
! Herzen werden zu Stein. Gefühle frieren zu Eis.


Mitten im Niemandsland,
greift eine Hand, zu oft ins Leere. Ja, ich weiß!


 


NIEMANDSLAND


 


Es
geht uns gut. Oder auch nicht. Der Wohlstand steht uns im Gesicht.


Schaut
uns ein Mensch im Elend an? Er ist wohl selber Schuld daran.


Es
rülpst der wohlgenährte Bauch: Wer Arbeit will, bekommt sie auch.


Rechte
sind uns wieder recht. Die Schlächter war"n gar nicht so schlecht.


Ordnung,
Zucht und Sauberkeit! Ist"s denn schon wieder mal so weit?


 


Das
Netz fängt auf. Oder auch nicht. Im trüben Wasser siehst du"s
nicht.


Den
Ärmsten legt"s sich bestenfalls wie eine Schlinge um den Hals.


Schwache
straucheln, fall"n wie Sand, durch die öffentliche Hand.


Wir
retten uns und unsere Haut. Die Zukunft steht auf Sand gebaut.


Zusammenstehen,
Gemeinsamkeit? Für wen? Wozu? Das geht zu weit!


 


Man
tritt uns in den gleichen Schritt. Hurra, es knallt! Wir mischen mit.


Die
Söhne hopp, hopp an "s Gewehr. Denn schließlich sind wir wieder
wer!


Das
Geld macht Macht und dirigiert, wie die Regierung uns regiert.


Geld
bleibt Geld und Dreck bleibt Dreck. Wir kämpfen für den guten
Zweck!


Die
Ratten fangen jetzt die Katz" mit einem sicheren Arbeitsplatz.


 


Fragen
sind jetzt nicht gefragt. Das Sagen bleibt uns untersagt.


Weich
gekocht, und vorgekaut. Zwar mundgerecht, doch unverdaut,


der
Übermutter Vaterland! Ob Ost, ob West, du siehst kein Land.


Recht
so! Die Rechten finden schon, recht zielgenau den rechten Ton.


Die
Macht macht uns in Dosen ein! Lieb Vaterland, magst ruhig sein!


 


Der
Druck ist stark! Bedrückt drückst du, die unterdrückten Augen zu.


Den
Wenigen, die noch was sehen, treten die Blinden auf die Zehen.


Erschrocken
schaut die Welt am Rand auf"s Bundesellenbogenland!


Berüchtigt
hat es uns gemacht, das Säbelrasseln deutscher Macht.


Das
Denken bleibt stark eingeschränkt. Wird fernbedient und ferngelenkt!


 


Die
Welt ist schön! Oder auch nicht! Fratzen von Welt tragen Gesicht.


Natooliv
bietet sich an. Gut steht"s dem deutschen Biedermann.


Nur
der Befehl erscheint ihm neu.Ehrlich.Human.Verfassungstreu.


Und
ein Soldat, wen kümmert"s schon, verreckt in friedlicher Mission.


Man
kämpft und stirbt jetzt Hand in Hand. Und überall ist Niemandsland!



Avatar Kein Bild

Geschrieben von bohrwerk [Profil] am 06.08.2008

Aus der Kategorie Sonstige Gedichte



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Kommentare und Punkte zu diesem Gedicht

 Ingrid von Mengede 07.08.2008, 08:35:30  
Avatar kein BildWer hier 2 Punkte gegeben hat,sollte sich mal mit der deutschen Geschichte befassen und die absolute Notwendigkeit,solcher Warnungen erkennen.

 Ingrid von Mengede 07.08.2008, 08:38:57  
Avatar kein BildDieses sicher schwere und ernste Thema,in einem Gedicht einzubringen,ohne zu verharmlosen,ist ein absolutes Glanwerk.Weiter so..,gerne gelesen.L.G. Ingrid

 Weichei 24.03.2009, 02:09:25  
Avatar kein BildEin Glanzwerk, Ingrid hat absolut recht! Zu den vermuteten 2 Punkten bleibt nur zu sagen (Zitat):"Wenn ein Genie den Raum betritt, verbnden sich die Dummkpfe." Ich wei, ist arrogant, stimmt aber leider immer wieder mal, so auch hier. Glckwunsch dem Schreiber!

 nobody 09.09.2009, 13:45:36  
Avatar kein Bildsuper geniales gedicht, ehrlich. du bist ein absoluter wortknstler! bitte damit berhmt werden;)

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