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Reime in "I Kissed a Girl" von Katy Perry

Die 30-jährige US-Amerikanerin Katy Perry eroberte mit ihrer Single "I Kissed a Girl" zahlreiche Charts rund um den Globus. Als eines der ersten Musikvideos von Katy Perry gehört "I Kissed a Girl" zu einem der am häufigsten angesehen Videos auf YouTube. Der Titel sorgte zu seiner Zeit im Heimatland für viele Diskussionen. Im prüden Amerika sieht man es nicht gerne, wenn die Tochter eines Pastorenpaars über Zärtlichkeiten zwischen Frauen redet, geschweige denn singt.

Songtexte - Reime dürfen nicht fehlen

Kaum ein Songtext kann ohne ein paar Reime auskommen. Warum Lieder überhaupt Reime benötigen, ist einfach: Sie hören sich für das menschliche Gehör schlichtweg gut an. Seit jüngstem Alter sind Menschen daran gewöhnt, dass sich Songtexte reimen. Reime haben aber auch den Vorteil, dass man sie sich gut merken kann - das gilt sowohl für den Sänger als auch den Zuhörer.

Songwriter und Musiker haben die Zahl zwischen verschiedenen Reimvarianten:

  • Reiner Reim: Hier stimmen die Konsonanten und Vokalen überein, zum Beispiel "Sorgen" und "Morgen" - lediglich der Anfangsbuchstabe unterscheidet sich.
  • Unreiner Reim: Die Reimsilben in Konsonanten und Vokalen weichen voneinander ab, zum Beispiel "Sahne" und "Kanne". Dennoch hören sich die Wörter ähnlich an.
  • Assonanz: Halbreime werden dadurch definiert, dass die Vokale der Silben übereinstimmen, zum Beispiel: "Panik" und "Party". Beide Wörter haben den Vokal "a" in der ersten und "i" in der zweiten Silbe.

Die Reime in Songtexten können in verschiedenen Reimpaaren vorkommen:

  • Paarreim (a - a, b - b, c - c): Hier reimen sich die erste und zweite Zeile, dritte und vierte sowie fünfte und sechste.
  • Kreuzreim (a, b - a, b): Es reimen sich die erste und dritte sowie zweite und vierte Zeile.
  • Umarmende Reim (a,b - b, a): Bei diesem Reimpaar reimen sich die erste und vierte sowie zweite und dritte Zeile.

Reimpaare in "I Kissed a Girl"

Katy Parry hat sich in ihrem Debüt-Hit "I Kissed a Girl" für verschiedene Reimpaare entschieden. Der erste Abschnitt sieht wie folgt aus:

This was never the way I planned
Not my intentio
I got so brave, drink in hand
Lost my discretion
It’s not what I’m used to
Just wanna try you on
I’m curious for you
Caught my attention

Hier kommt der klassische Paarreim zum Einsatz, auch wenn sich in Zeile 6 und 8 "on" und "attention" nicht perfekt reimen - lediglich die letzte Silber in "attention" reimt sich auf "on".

Der zweite Abschnitt (Refrain):

I kissed a girl and I liked it
The taste of her cherry chap stick
I kissed a girl just to try it
I hope my boyfriend don’t mind it
It felt so wrong
It felt so right
Don’t mean I’m in love tonight
I kissed a girl and I liked it
I liked it

Im Refrain lässt sich kein klassisches Reimpaar erkennen. Viele Zeilen enden mit dem Wort "it".

Der dritte Abschnitt:

No, I don’t even know your name
It doesn’t matter
You’re my experimental game
Just human nature
It’s not what, good girls do
Not how they should behave
My head gets so confused
Hard to obey

Die ersten vier Zeilen sind ein klassischer Paarreim, doch der Trend setzt sich in den letzten vier Zeilen des Abschnitts nicht fort.

Der vierte Abschnitt:

Us girls we are so magical
Soft skin, red lips, so kissable
Hard to resist so touchable
Too good to deny it
Ain’t no big deal, it’s innocent

Interessanterweise reimen sich sich im letzten Abschnitt die ersten drei Zeilen, die letzten beiden dagegen fallen aus der Reihe raus.

Katy Perry zeigt mir diesem Titel, was bei vielen Songtexten der Fall ist: Reime sind erlaubt und müssen vorhanden sein, sind aber nicht die Regel. Sie kommen in teilweise unüblichen Reimvarianten vor, machen sie dadurch aber auch äußerst interessant.