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Kindstod

 

 
"Dein Kindstod"

 

Des Nächtens hab ich mich gefragt,
wohin die Reise geht -
am jüngsten Tag bemerkt man dann,
zur Umkehr... ist's schon längst zu spät.

Was in dir Ursprung nahm,
war dein stiller Gefährte all die Jahre.
Jetzt hast du es verloren,
dein Alter nahm es dir -
dein Hochmut und dein verfluchte Vernunft
deine gewachsene Intelligenz.

Gezehrt von ihm - unbemerkt benutzt.
bist gereift in, an und von ihm
und doch zugleicht verdorrt und verfault
und innerlich vertrocknet - wie ein alter Laib Brot
nichts ahnend und völlig unbeachtet

Fröhlichkeit gepaart mit Unwissenheit,
Mut in der Naivität -
und diese Leichtigkeit in deiner schier
unendlichen Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit.
Nun, heute unterliegst du kläglich -
deiner Weisheit -
deinem eigenen Geist
deinem ach so großen Egoismus

Hast das Kind in dir, mit Händen geschlagen
und mit Füßen getreten, bis es tot war.
Hast es nicht gefüttert und verdursten lassen -
diesen sanften Leib, diese reine Seele.
Hast seine Sehnsucht verstümmelt beschnitten,
ihm die Füße und Flügel gebrochen
und die Augen geblendet -
das Herz geraubt, seinem Geist zu leben verboten...

Jetzt stehst du da,
verwundert -
wartend auf Applaus,
das ma deinen Hintern küsst,
dich auch noch lobt.
Doch nichts - nur Tränen der Stille
jedoch nichts verhallt im Raum.

Was in dir nagt ist dieses Wimmern,
dieser Schmerz im Bauch -
Wut und Angst die sich durch deinen Brustkorb gräbt
und im Hals, deinen Atem zu fressen droht -
bis du fällst und jämmerlich erstickt.
Der sich quälend durch deine
Eingeweide frisst und dein Blut säuft

Das Letzte,
was dich am Leben hielt -
dich tanzen ließ,
verstarb in dir -
durch dich.

Da liegts gekauert und gebrochen in dir,
vergessen in einer tiefen Kerkerecke
was mit dir Leben teilen wollte.
Es fault und stinkt aus deinen Poren,
was dir das Leben war.
Verloren, ohne Wiederkehr

Deutlich klar,
sind meine Worte -
schwelgend in Vergangenheit.
Im Genick geschärft,
des Beiles Klinge -
Seele, rächt sich fürchterlich!

Sich zu vergehen an der Geburt,
sich zu erdreisten im Glauben klüger zu sein -
und über Gott erhaben…

NEIN!

Da reicht kein noch so dunkles Gefängnisloch,
selbst der Tod wäre noch zu fein.
Du hast das Kind in dir getötet,
weggeschmissen
hast verloren nun -
und das ist allerhand.

Hast Leben getauscht mit Un-Verstand.
Du bist erwachsen und zum Mörder
deines eigenen Kindsein geworden,
ohne es zu wollen.


Avatar Katzenherz

Geschrieben von Katzenherz [Profil] am 03.11.2011

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Kommentare und Punkte zu diesem Gedicht

 Katzenherz 03.11.2011, 13:01:00  
Avatar KatzenherzAuch ein etwas lteres Werk. Wer zwischen den Zeilen liest, versteht dieses Gedicht im doppelten Sinne...

 nadej 05.11.2011, 14:07:30  
Avatar kein Bildmir macht dein gedicht angst, katzenherz.einfach angst, angst und nochmal angst. ich gruesse dich herzlich von dem rest meines herzen. nadej

 Katzenherz 06.11.2011, 14:51:07  
Avatar KatzenherzSoll es nicht, es soll nur nachdenklich stimmen und ermuntern, sein Leben nicht zu ernst zu nehmen. Niemand erwartet das wir nur erwachsen sind, ausser wir selber... LG Katzenherz

 magier 06.11.2011, 16:24:28  
Avatar magierich finde grandios lg. magier

 eskimo 15.11.2011, 23:00:13  
Avatar eskimobeschreibst du das kind in uns dann ist es der hammer denn das ist genau das was wir uns im tiefsten innern unseres herzen bewahren sollten gru der eskimo

 Katzenherz 16.11.2011, 14:21:03  
Avatar KatzenherzSehr gut erkannt eskimo ;), und ja du hast recht das Kind in uns ist erhaltenswert...

 eskimo 16.11.2011, 19:56:16  
Avatar eskimoich danke dir fr deine antwort manchmal muss man tief in zeilen eintauchen um den wahren hintergrund zu erkennen im ersten augenblick erscheinen sie uns manchmal nicht tief genug und zeugen doch von unglaublicher tiefe wow lgr.d.eskimo

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