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Der Traum vom Fliegen

 

Der Mensch, in seinen Träumerei‘n,

                                                                          möcht‘ oftmals noch viel freier sein

Sieht er die Vögel in den Lüften,

die gleich den leichten Blütendüften,

sich frei bewegen in den Sphären,

dann möcht‘ er gern dazu gehören.

Er träumt davon, auf eigenen Schwingen,

Problemen einfach zu entrinnen

Im großen Raum der Weltenwinde,

glaubt er, dass man die Freiheit finde,

die man ersehnt, speziell zu Zeiten,

wenn Ungemach sich aus will breiten.

Probleme gibt’s da oben nicht,

so glaubt er, dieser Erdenwicht.

 

Auch ich sah einst die Flieger schweben

und träumt‘ davon, gleich so zu leben.

Wie eine Schwalbe zu entgleiten,

den erdgebund‘nen Widrigkeiten.

mich frei zu fühlen in den Räumen

und nicht mehr nur davon zu träumen.

Da rief ein Vöglein aus dem Baum:

„Wach endlich auf aus Deinem Traum !

Was glaubst Du, tun wir bei den Flügen,

meinst Du, die seien nur Vergnügen ?

Du glaubst wir hätten keine Sorgen ?

Ich könnt Dir meine Flügel borgen,

doch würdest Du das schnell bedauern,

bei den Gefahren die hier lauern.

„Ich muss an allen Erdentagen,

ohne Pause Futter jagen.

Um meine Kinder Satt zu kriegen,

muss ich bis zur Erschöpfung fliegen.

Statt nachts im Schlafe mich zu üben,

beschütz ich sie vor Eierdieben.

Und hab ich sie dann endlich groß,

dann gehen die Wanderflüge los

Auf der Flucht vor Eis und Schnee,

flieg ich über Berg und See.

Nicht, wie Du glaubst, aus Lustgewinnen,

nein, um der Kälte zu entrinnen.“

„In Deinem Traum vom Vogelsein,

ist alles nur der helle Schein,

Glaub mir, ob Mensch, ob Federtier,

Probleme haben alle wir.

drum träum‘ nicht ihnen zu entflieh‘n,

zu hoffen dass sie selbst vergeh‘n.“

Wir sind geschaffen, sie zu lösen,

nicht träumerisch davon zu düsen.

Befreie Dich von solchen Dingen,

dann kannst Du fröhlich mit mir singen.

 

Denn das ist‘s was wir beide können,

und nicht, vor Sorgen fort zu rennen.“

 

 

                                      Der Schreiberling

 

 


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Geschrieben von Schreiberling [Profil] am 03.09.2011

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