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Rückkehr von Kalona

Ich lief durch die einsame Nacht, an einem mir völlig unbekannten Ort.
Überall standen stattliche Schlösser, umgeben von einem Wald, der aus einem Märchen entsprungen zu sein schien.
Ich lief an einer, aus reiner Erde bestehenden Straße entlang und versuchte herauszufinden wo ich mich befand.
Dieser Ort war unheimlich, Sterne und Mond um die Wette strahlend und die Nacht war viel zu klar. Klarer, als jede Nacht die ich bisher gesehen hatte, doch zugleich auch dunkler und beängstigender als je zuvor. Und das durfte nicht sein. Seit ich eine Unsterbliche war, liebte ich die Nacht und verabscheute den Tag.
Unwillkürlich schlang ich die Jacke enger um mich, als ich eine Gestalt aus dem Wald treten sah, und als der Wind sanft meinen Name zu mir trug, blieb ich stehen.
„Mereian“
Ich starrte weiter auf die Gestalt, die langsam größer wurde, doch sobald sie in das Mondlicht trat, erstarrte ich denn ich erkannte diese Person.
Kalona, Der Wunderschöne.
Mir war durchaus bewusst, dass er diese Macht auf alle Frauen auswirkte, doch ich konnte mich dennoch nicht gegen seine Anziehungskraft wehren.
Langsam trat ich auf ihn zu.
„Mereian, meine einzige Schönheit.“
Ich schaute zu ihm auf, in seine wunderbaren Augen und hatte das Gefühl bei ihm sicher zu sein.
Und auch wenn mein Verstand sagte, dass das alles nicht so sein durfte, so sagte mein Herz was ganz anderes.
Kalona griff nach meiner Hand und ich ließ es geschehen.
„Warum zierst du dich so, meine Schöne? Komm zu mir, in das Schattenreich. Ich will nicht das dir irgend etwas zustößt.“
Kalona anschauend entzog ich ihm meine Hand und trat einen Schritt zurück.
„Was redest du da? Ich gehöre weder zu dir, noch auf deine Seite. Was du tust ist falsch. Du hast mit deinen komischen Adlergestalten bei deiner Auferstehung so viele Unsterblichen getötet. Dir sind doch nur deine eigenen Leute wichtig. Und dazu gehöre ich nicht“
„Schatz schau dich doch an. Du bist schon ein einer von uns und du bist einzigartig.“
Ich starrte ihn erst einmal erschrocken an.
Die Tatsache das ich nun eine andere Unsterbliche sein sollte, war alles andere als leicht verdaulich.
Deshalb schaute ich auf meine Handflächen und stellte mit entsetzen fest das Kalona recht hatte.
Warum ich ausgerechnet auf meine Handflächen schaute? Jeder der zu einem Unsterblichen wurde bekam bei seiner sogenannten Verwandlung ein kleines Tattoo in die Handfläche was zeigte wie besonders Derjenige ist.
Bei mir zog sich das Tattoo bis zur Schulter aber das ist Nebensache.
Ich schaute wieder zu Kalona.
„Was bringt einem schon Einzigartigkeit? Freunde bringen einen weiter und du wirst das nie lernen. Und lass mich endlich in Ruhe, du wirst niemals das von mir bekommen, was du dir wünschst.“
„Woher willst du wissen was ich möchte?“ entgegnete Kalona.
„Irgendwas wirst du schon wollen oder warum sonst stiehlst du dich in meine Träume?“
„Wie ich sehe wirst du von Nacht zu Nacht schlauer. Es beginnt mir zu gefallen.“
Ich sah Kalona an und wollte nur noch erwachen aus diesem Traum.
„Vergiss es Mereian. Der Traum wurde von mir gesandt und wird dann enden wann ich es will.“
„Und ich will das er jetzt endet Kalona. Was du willst geht mir grob gesagt am Arsch vorbei.“
Ich sah wie sich langsam die Wut auf Kalona´s Gesicht breit machte. Gut mit Wut konnte ich eher umgehen, als mit Nettigkeit.
„Geliebte, warum sträubst du dich nur so? Du bist mein. Du bist der Grund warum ich eingesperrt wurde und nun will ich das zurück, was mir gehört. Und das bist du!“
„Kalona wie oft noch, ich bin nicht die, die du suchst.“
„Doch du willst es dir nur nicht eingestehen, Mereian.“
„Leck mich doch. Ich bin es leid immer wieder diese Diskussion in jedem Traum erneut zu führen.“
„Dann geb auf dann musst du nicht mehr diskutieren.“
„Solange ich lebe werde ich gegen dich kämpfen und niemals mit dir.“
Damit war das Thema eigentlich für mich erledigt, nur war Kalona nun so wütend das er mich an den Armen ziemlich grob packte. Der Schmerz der durch meine Glieder fuhr, riss mich ziemlich unsanft aus dem Schlaf.
Ich blickte um mich und sah den mir mittlerweile bekannten Tunnel. Hier waren wir seit der Auferstehung Kalona´s unter gekrochen.
Erleichtert atmete ich aus. Hier bin ich in Sicherheit, dachte ich mir. Ich setzte mich langsam in meinem provisorischen Bett auf und versuchte vergeblich Maka, mein kleinen süßen Husky nicht zu wecken.
Aber wie gesagt versuchte. Gelang mir nur nicht ganz.
Wütend sprang er vom Bett.
Maka war uns damals gefolgt, als er spürten dass etwas nicht so war wie es sollte.
Uns bedeutet ich und noch 4 andere Unsterblichen.
Ich schaute Maka nach und merkte das außer mir ausgerechnet eine Person noch wach war. Leandro! Mein Herz setzte einen Augenblick aus.
Er sprach eigentlich so gut wie nichts mit mir, aber dieses Mal musste er wohl gespürt haben, dass es mir nicht allzu gut ging.
Er stand langsam auf, kam zu mir herüber und setzte sich wortlos neben mich. Ich schaute ihn nur an, unfähig zu sprechen.
„Was ist los Mereian? Du sahst schon lange nicht mehr so fertig aus.“
Unter Leandro´s besorgtem Blick brachen meine Gefühle durch und ich fing einfach an zu weinen.
In letzter Zeit war einfach so viel geschehen und nun war ich jeden Tag wach und versuchte nie einzuschlafen, weil ich genau wusste, was mich in meinen Träumen erwartete. Immer Kalona der stets versuchte mich zu locken.
Wortlos nahm Leandro mich in die Arme und hörte mir aufmerksam zu. Ich erzählte ihm alles.
Meine ganze Lebensgeschichte und all die Vorfälle in den vergangenen Tagen

Anfangs war ich ein normales Mädchen. Mochte es mich mit Freunden zu treffen, zu lästern, den scharfen Jungs aus der Oberstufe nach zu schauen und das was man als Mädchen gerne tut.
Ich zählte zu den beliebtesten Girls der Schule.
Zwar hatte ich nicht die typischen blonden Haare und noch dazu die blauen Augen wie so ziemlich jedes andere beliebte Mädchen, nein ich war die brünette Schönheit schlechthin.
Langes brünettes Haar, das sich in wunderbaren gleichmäßigen Wellen über meine Schultern legte. Es hatte die perfekte Länge. Dazu kam ein Hauttyp von dem man meinen konnte das ich jeden Tag auf die Sonnenbank gehe nur um das knackige Braun beizubehalten.
Und das was so besonders an mir war meine Violetten Augen die jedem Jungen den Kopf verdrehten.
Als ich damals an die neue Schule kam, weil ich mal wieder zusammen mit meinen Eltern umziehen musste, da sorgte ich für mächtig Wirbel.
Alle Jungs treten sich nach mir um schauten mir nach. Bei den Lehrern war ich sofort beliebt und bekam was ich wollte und die beliebtesten Mädchen der Schule nahmen mich gleich an ihrem angesagten Tisch auf.
Damals war das alles noch wichtig für mich. Ich konnte mir nichts besseres vorstellen.
Ich genoss die Aufmerksamkeit die ich bekam.
Die Jungs standen in Schlangen an um mich um ein Date zu fragen, aber jedes mal lehnte ich ab.
Keiner hatte das Besondere etwas, das was ich verzweifelt suchte.
Ich konnte es nicht in Worte fassen, bis dann ein neuer Schüler auftauchte.
Unbeschreibliches Aussehen. Er war der Traum aller Mädchen.
Schwarzes kurzes und gestyltes Haar. Augen von einem wunderbaren Grün das funkelte.
Muskelbepackt. Er war einfach perfekt und allein als ich ihn anschaute, spürte ich ein warmes Kribbeln auf meiner Haut das mir sagte, er kann der Richtige sein.
Aber nicht nur ich dachte das, sondern ungefähr jedes andere Mädchen der Schule auch.
Einfach würde es nicht werden ihn kennen zu lernen, dessen war ich mir bewusst.
Aber wie schwer es werden würde, dass fand ich erst im Laufe der Zeit heraus.

Avatar Leopardin

Geschrieben von Leopardin [Profil] am 13.02.2011

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Kommentare und Punkte zu diesem Gedicht

 Grenzenlos 14.02.2011, 08:27:59  
Avatar GrenzenlosAber Hallo! Sehr gut! Ehrlich, wirklich gut! DU KANNST SCHREIBEN!

 Leopardin 14.02.2011, 10:23:09  
Avatar LeopardinDanke Grenzenlos. Dies viel mir gestern Abend noch ein. Vielleicht wieder eine neue Story aber ich weiß noch nicht. Für Gedichte habe ich allerding noch immer keinen Nerv.

 Grenzenlos 14.02.2011, 14:43:56  
Avatar GrenzenlosBravo, Christine! Du kannst auch Gedichte schreiben, ganz sicher!

 Eisblume 21.09.2013, 20:33:21  
Avatar EisblumeHi! Liest du auch House of Night? Du kannst wirklich gut schreiben! :)

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