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SONNENKIND

SONNENKIND     (text s.cornella)

 

In Finsternis und Dunkelheit,

im tiefsten schwarzen Loch,

dort wo du keine Lichter siehst,

wo niemals eines kroch.

 

Da sitzt verstört und ganz allein,

ein Mädchen ohne Schuh,

ohne Namen, ohne Hoffnung,

schweigt es immerzu.

 

Man sperrte sie dort unten ein,

zu Wasser und zu Brot,

das kommt am langen Seile rab,

sonst wär' sie längstens tot.

 

Farben hat sie nie geseh'n,

die sind ihr völlig fremd,

sie weiß nicht wie das Leben ist,

weil sie es gar nicht kennt.

 

Doch eines Tages kam die Flucht,

sie kroch dem Loch davon,

heraus aus ihrem Lichterfeind,

dort unter heller Sonn'.

 

Die Augen sehen buntes Zeug,

sie kneift sie wieder zu,

das erste mal die Farbe seh'n,

fernab von aller Ruh'.

 

Es dauert eine ganze Zeit,

die Augen nicht gewohnt,

doch als es plötzlich nicht mehr schmerzt,

die Farbenpracht belohnt.

 

Die Wiesen grün, der Himmel blau,

ein Rehlein schokobraun,

die Kirschen reifen glänzend rot,

das Wäldchen wie ein Traum.

 

Da kommt ein gelber Schmetterling,

ein weißer nebenan,

sie ist verblüfft und ganz perplex,

wieviel man sehen kann.

 

Doch schaut sie in den Himmel auf,

die Sonne wunderschön,

die ist für wahr das hellste Glück,

so leuchtend kann sie steh'n.

 

Das Mädchen lenkt den Blick nicht ab,

sie setzt sich still in's Gras,

die Sonne strahlt ihr in's Gesicht,

zu ihrem grellen Spaß.

 

So schaut sie hoch, den ganzen Tag,

die Tränen brennen heiß,

die Augen werden langsam hell,

so müde und so weiß.

 

Da wurde sie zum Sonnenkind,

genau an jenem Ort,

geblendet für die Ewigkeit,

das Augenlicht war fort.

 

ENDE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Avatar sascha

Geschrieben von sascha [Profil] am 12.07.2012

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Kommentare und Punkte zu diesem Gedicht

 HB Panther 12.07.2012, 20:18:40  
Avatar HB PantherStarke geschichte,wieder super bildhaft und ein starkes trauriges ende! Die welt wartet auf dich und auf deine gedichte

 hanniball 12.07.2012, 21:41:29  
Avatar hanniballmal ein gedicht ohne viel blut und rohem fleisch? jetzt bin ich verwundert, aber es ist trotzdem wunderschn. toll, das du auch mal ein nicht so brutales gedicht geschrieben hast. von mir auch 5pkt. :)

 gelo 12.07.2012, 21:54:40  
Avatar gelowieder eine unglaublich bildhafte und gut geschriebene geschichte - aber wieder mal ein ende mit schrecken. mach einfach weiter - ist schn, dass du so kreativ bist - lg. gelo - bin jetzt eine woche weg und bin gespannt, was mich dann von dir erwartet

 sascha 13.07.2012, 07:57:11  
Avatar saschadanke tamer,schn gesagt, ich werd mich ranhalten. Hanniball,das mit fleisch und blut sind NICHT der Kern meiner Texte, vielmehr die eigentliche geschichte, ich mchte nicht auf diesen status reduziert werden, das ich nur blutrnstige werke schreiben will. will ich nicht, passiert einfach, weil es passieren muss. schwer zu verstehn, aber versuchs, danke dir aber sehr fr deinen Lob, nicht falsch verstehn!!!! und dir gelo, vielen dank(mal wieder) ich brauche nicht viel worte, du weit wie wichtig mir deine stets toleranten kommentare wert sind, bis in einer woche dann, ps. wenn du willst knntest du FLEDERLAUSCHER mal kommentieren :) danke euch allen , lg

 rainbow 13.07.2012, 09:24:09  
Avatar rainbowHoffnung, Licht und am Ende ein Schatten...wundervoll...5pkt.

 sascha 13.07.2012, 10:15:09  
Avatar saschadanke Frulein Regenbogen, schn wenn du es wundervoll findest, freut mich !!!

 Angélique Duvier 20.01.2013, 22:26:04  
Avatar Angélique DuvierIch lese mich langsam durch Deine Werke, alles was ich bisher las gefllt mir gut! Liebe Gre, Anglique Duvier

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