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KÖNIGIN DER SPINNEN

KÖNIGIN DER SPINNEN  (text s.cornella)

 

Es war einmal in Griechenland,

Arachne jung und schön,

die webte bunten Wandbehang,

und jeder konnt' es seh'n.

 

Sie webte diesen meisterhaft,

so leuchtend ohne Scham,

und wenn dann einer fertig war,

dann schlug der Stolz Alarm.

 

Die Menschen kauften Teppiche,

egal für wieviel Geld,

sie waren fasziniert davon,

die schönsten auf der Welt.

 

Arachne schwamm im Übermut,

und fordert die Athen',

die Göttin soll sich messen ihr,

die hohe Kunst versteh'n.

 

Athene sieht den Hochmut wohl,

Arachne ist bald mein,

zu schlagen eine Göttin gar,

was bildet sie sich ein.

 

So schwebte sie dann vom Olymp,

dort in die Stube groß,

die beiden webten schnell dahin,

das Tempo war famos.

 

Der Webstuhl fing zu glühen an,

die Finger wurden wund,

die Fäden schnitten in die Haut,

das Blute lief zu Grund.

 

Als beide dann zu End' gesponn',

Athene voller Neid,

die Göttin hat verloren wohl,

der Zorne macht sich breit.

 

Arachne's Teppich viel zu schön,

Athene kocht vor Wut,

gekränkt und bitter bloßgestellt,

vor eisig kalter Glut.

 

Die Göttin spricht nun einen Fluch,

für immer sollst du weben,

die Rache meiner Göttlichkeit,

für ewig an dir kleben.

 

Die Beine der Arachne schön,

die drehten sich heraus,

sie rissen ihr vom Körper ab,

zu ihrem eig'nen Graus.

 

Ein fetter Leib, so schleimig schwarz,

der Rumpfe einer Spinn',

der wuchs aus ihr voll Pain hervor,

und raubte ihr die Sinn'.

 

Die erste Spinne dieser Erde,

wurde heut' gebor'n,

die Menschlichkeit die in ihr war,

für immer ist verlor'n.

 

Der Hinterleib Arachne's schmerzt,

der spritzt nun gelbes Blut,

denn tausend Spinnen kriechen vor,

wie eine schwarze Flut.

 

Der Ekel hat sie fest gepackt,

was kroch ihr da empor,

das ganze Zimmer krabbelt jetzt,

der Mutter zuckt das Ohr.

 

Halb Weibe und halb Untier gar,

gestraft für alle Zeit,

muss sie die Fäden selber zieh'n,

aus ihrem eig'nen Leib.

 

Der Übermut Arachne's hier,

bestrafte sie nun hart,

Athene schwebt zum Himmel weg,

das Schicksal offenbart.

 

Arachne webt die Stube ein,

und krabbelt an die Deck',

dort zwischen tausend Spinnen hoch,

im seidenen Versteck.

 

ENDE

 

 

 

 


Avatar sascha

Geschrieben von sascha [Profil] am 21.06.2012

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Kommentare und Punkte zu diesem Gedicht

 schwarz/weiß 21.06.2012, 14:54:32  
Avatar schwarz/weißaktuell und schön geschrieben, 5 P lg.

 HB Panther 21.06.2012, 16:15:08  
Avatar HB Panthermußte erstmal nach der geschichte googlen :-) Ein ekelhaftes gedicht, kunstvoll geschrieben...lg:tamer

 sascha 21.06.2012, 17:27:47  
Avatar saschadanke euch beiden, die Geschichte stammt aus der Griechischen Mythologie, die mich schon immer sehr faszinierte, liebe auch solche Filme (jason und die argonauten/kampf der titanen usw). meiner meinung nach die spannenste Mythologie von allen, lg

 HB Panther 21.06.2012, 18:15:58  
Avatar HB PantherKampf der titanen hat mir auch sehr gut gefallen:-)

 sascha 21.06.2012, 19:15:31  
Avatar saschader alte gefällt mir jedoch auch sehr gut!!! der remake ist aber auch unerwartet gut geworden!!! bin nämlich fan von älteren filmen, sind meist besser wie der heutige Kram.

 gelo 23.06.2012, 11:18:16  
Avatar gelogute geschichte von selbstüberschätzung und anmaßung - interessant, dass du dich in diesem bereich in deinem alter so gut auskennst - glg. gelo

 sascha 23.06.2012, 12:01:30  
Avatar saschaHab vielen dank gelo, ich interessiere mich sehr für solche dinge, solche geschichten erstaunen mich und treffen voll auf meinen Geschmacksnerv, ich liebe das außergewöhnliche, Geschichten von Fabelwesen, für Paranormale Phänomene( meine lieblingsserie heißt AKTE X) ,Weltall und blablabla..... alles was unbekannt erscheint fesselt mich sehr, so....genug jetzt aber, lg

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